Ich habe an der Unversität Luzern Institut für Jüdisch-Christliche Forschung (IJCF) Judaistik studiert.




Meine von der Universität Luzern angenommene Dissertation trägt den Titel:
"Neben dem Text: Kommentierung, Dekoration, Kritzelei -
Der SeMaK (Das kleine Buch der Gebote) als Zeugnis der visuellen Schreiberkultur in Ashkenaz"




Zum Inhalt:

Das "Kleine Buch der Gebote" (Sefer Mitzvot Katan) des Rabbi Isaak ben Josef von Corbeil (gestorben 1280) war eines der einflussreichsten jüdischen Gesetzeswerke im mittelalterlichen Aschkenas. Heute befinden sich über 200 Exemplare in Bibliotheken und Archiven weltweit.
Mit der komparativen und interdisziplinären Untersuchung der zahlreichen Manuskripte des Sefer Mitzvot Katan kann der individuelle Charakter der einzelnen Handschriften erschlossen werden. Mittels kodikologischer, paläographischer und kunsthistorischer Zugangsweisen wird ein Licht auf die Herstellung und Verbreitung dieses Werkes im Aschkenas des 14. Jahrhunderts geworfen.
Die Dissertation beleuchtet die jüdische Buchkultur des Mittelalters. Es soll gezeigt werden, dass die Schreiber einen bedeutenden Einfluss auf die einzelnen Handschriften nahmen. Sie planten den Aufbau des Buches und seiner einzelnen Seiten und verliehen ihm mit ihrer facettenreichen Gestaltung ein individuelles Gepräge. Dabei bewegten sie sich in einem Raum, der zwischen reiner Schreibkultur und reiner Malkultur angesiedelt ist. Innerhalb dieses Raumes verfügten sie über beachtliche Freiheiten, was sich nicht nur in Seitenaufbau, Schriftgestaltung und Randzeichnungen, sondern auch in spontan hingeworfenen Kritzeleien und individuellen Ergänzungen niederschlägt. Äusserungen der visuellen Schreiberkultur finden sich vorzugsweise in Handschriften, die typischerweise nicht illuminiert sind und bilden kaum Gegenstand kunsthistorischer Studien.

Wer sich für den Sefer Mitzvot Katan interessiert - hier geht es zu einigen digitalisierten Handschriften.




Meine Masterarbeit hatte den Titel  JÜDISCHES LEBEN IM SPÄTMITTELALTERLICHEN ZÜRICH IM SPIEGEL DES ZÜRCHER SEMAK. Darin wird das Leben der Zürcher Juden innerhalb der christlichen Mehrheitsgesellschaft behandelt. Dies geschieht vor allem anhand des sogenanten Zürcher Semak, eines religionsgesetzlichen Kommentarwerkes aus dieser Epoche. Zudem werden die mit hebräischen Schriftzeichen versehenen Wandmalereien im Zürcher Altstadthaus Brunngasse 8 vorgestellt. Zentrale Themen. dieser Arbeit bilden die Frage des Götzendienstes und damit veknüpft die Fragen nach dem Kiddusch DaSchem als Märtyrertum, Kleiderordnungen sowie  Bild und Bilderverbot.
Mehr dazu im Aufsatz:

Jüdisches Leben im Spiegel des Zürcher SeMaQ - Kleiderordnungen als Beispiel für die jüdisch-christliche Auseinandersetzung




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Zürich, 2.5.2017

Ingrid Kaufmann

Stauffacherstrasse 227

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