Bild und Bilderverbot in der jüdischen Kunst des Mittelalters

Die illuminierten Handschriften

Die jüdische polemische Literatur des Mittelalters zeigt, dass Juden sehr wohl mit der christlichen typologischen Deutung des ‚Alten Testaments’ vertraut waren. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts erschienen in Frankreich das Sefer Joseph haMeqane (Das Buch Josefs des Eifererers) und das Sefer Nizahon Yashan (Das alte Buch des Sieges), welche als Wegweiser im Umgang mit christlicher Bibelexegese dienten.[1] Sie wendeten sich gegen die typologische Ausdeutung der Schrift und die Herstellung von Bezügen zur Trinitätslehre. Jüdische Illuminatoren waren sich bei der Übernahme christlicher Bildvorlagen dieser Problematik bewusst und vermieden Darstellungen, welche christologische Deutungen beinhalteten.



 

© Ingrid Kaufmann